Der alte Mann und die Gemeinde in Smyrna (Offenbarung 2, 8-11)

Rolf Müller

Der auferstandene Christus wendet sich an die Gemeinden in Kleinasien. „Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und lebendig geworden ist.“ Smyrna war eine Gemeinde, die viel leiden musste. Einige besiegelten ihren Glauben mit dem Märtyrertod.

Der alte Mann weiß, dass Verfolgung das Los vieler christlicher Gemeinden war. Auch heute werden Christen verfolgt. Was steckt dahinter? Jesus gibt eine wichtige Hintergrundinformation. Es ist Satan. Das muss die Gemeinde im Auge behalten: Satan ist der Feind. Menschen benutzt er als seine Handlanger. In Smyrna waren es angebliche Juden.

Der alte Mann weiß, dass es auch heute Menschen gibt, die sagen, sie seien Christen. In Wirklichkeit sind sie Feinde des Kreuzes Christi. Nur der ist ein wahrer Jude, der zu Gottes Volk gehört. Ein wahrer Christ gehört zu Jesus Christus. Alles andere ist anmaßend. Religiöse Anmaßung ist für die Verfolgung der Glaubenden verantwortlich.

Die Christen in Smyrna wurden von den damaligen Theologen verfolgt. Sie gaben vor, Diener Gottes und Lehrer der Wahrheit zu sein. Es ist bis heute so geblieben, dass religiöse Institutionen die Gläubigen unversöhnlicher verfolgen als atheistische.

Für den alten Mann ist es tröstlich, dass Gott es ist, der die Verfolgung zulässt. Es geschieht zum Wohl der Seinen. Der Herr bestimmt das Maß des Leidens. Zehn Tage und nicht länger darf der Teufel die Erlösten im Gefängnis halten. Die Zeit bestimmt Gott.

Neben Philadelphia ist es nur die Gemeinde in Smyrna, die keinen Tadel bekommt. Der alte Mann ist überzeugt, dass die Christen in Smyrna auch nicht vollkommen waren. Sie waren Menschen mit all ihren Schwächen. Aber die Gemeinde Jesu wird durch Verfolgungen nicht zerstört. Leiden reinigen von weltlichen Einflüssen. Armut, Drangsal und Verleumdung können den geistlichen Reichtum nicht verdrängen. Der Herr bewahrt seine bedrängten Kinder. Sie wissen, der Herr spricht das erste und das letzte Wort. Die Reiche der Verfolger gehen unter, die verfolgte Gemeinde bleibt.

Der Herr Jesus kennt die Bedrängnisse der Gemeinde in Smyrna. Sie musste leiden um des Evangeliums willen. Sie lebte unter schwerem Druck. In Smyrna wurde den Christen ihre Existenzgrundlage genommen. Wer Christ war, fand keine Arbeit. Viele lebten in bitterster Armut.

Der alte Mann findet es wunderbar, dass der Herr Jesus sagt: „Du bist aber reich!“ Was wir als Gemeinde heute alles besitzen, davon konnten die Christen damals nur träumen. Ihnen gehörten weder Kirchen noch komfortable Gemeindehäuser. Sie hatten wenig Geld. Sie hatten keinen politischen Einfluss. Der Herr war der einzige und größte Reichtum, den sie hatten. Jesus Christus ist wertvoller als aller Reichtum der Welt. In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. Wer die Fülle Gottes hat, ist reich.

Der alte Mann liest, dass unwahre Gerüchte über die Gemeinde verbreitet werden. Wo kommen sie her? Aus der Synagoge! Der Herr Jesus nennt sie eine Synagoge des Satans. Nicht mehr Gott ist der Mittelpunkt, sondern Satan.

Der Herr Jesus sagt: „Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst!“ Der Weg der Christen geht durch Leiden. Der alte Mann ist normalerweise kein Held. Er vertraut auf Jesus, der zusagt: Fürchtet euch nicht! Ich bin immer da! Ich halte euch in meiner Hand! Ihr könnt euch auf mich verlassen! Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Leidenszeit ist für Christen Bewährungszeit. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wir warten auf die selige Hoffnung und die Erscheinung unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus. Gott wird alle Tränen abwischen. Der große Gott achtet auf die Tränen seiner Kinder. Bei ihm in der Ewigkeit wird unaufhörliche Freude und Wonne sein.

 

Gloria sei dir gesungen
mit Menschen- und mit Engelzungen,
mit Harfen und mit Zimbeln schön.
Von zwölf Perlen sind die Tore
an deiner Stadt, wir stehn im Chore
der Engel hoch um deinen Thron.
Kein Aug hat je gespürt,
kein Ohr hat mehr gehört
solche Freude.
Des jauchzen wir
und singen dir
das Halleluja für und für.

(Philipp Nicolai)

 

 

Mit freundlicher Genehmigung
Autor: Rolf Müller