Beständigkeit (Apostelgeschichte 2, 42-47)

Rolf Müller

Sie blieben…. Beständigkeit ist eines der Fundamente der Gemeinde Jesu. Es gibt Christen, die Heuschrecken gleichen. Sie eilen von Veranstaltung zu Veranstaltung, dorthin, „wo etwas los ist“. Sie fressen weg, wo etwas Grünes ist. Sie sind eine Plage. In ihrer Ortsgemeinde sind sie nur gelegentlich anzutreffen. Sie bleiben nicht dran. Ihnen fehlen Treue und Beharrlichkeit. Man kann sich nicht auf sie verlassen.

Beständigkeit in der Lehre
Ob eine Gemeinde Bestand hat, hängt zusammen mit der Treue im Kleinen. Christus ist die Mitte, das Wort Gottes, die Bibel, ist die Grundlage. Die Gemeinde bittet um Erkenntnis und ein festes Herz. Die Gemeinde hat ein Wächteramt. Sie vertritt die Wahrheit. Sie bleibt beständig in der Lehre.

Sie verzettelt sich nicht im Streit um verschiedene Sichten. Sie ist nicht unbedingt einer Meinung, aber eines Sinnes in Christus. In der Gemeinde Jesu steht die Lehre der Apostel an erster Stelle. Warum werden oft die Bibelstunden der Gemeinde so wenig besucht? Wird es dort zu praktisch, zu konkret?

In unserer pluralistisch geprägten Zeit ist biblische Lehre besonders wichtig. Religiöse Angebote prasseln von allen Seiten auf uns ein. Da darf das Wort Gottes nicht ausgeblendet werden und von Erfahrungen abgelöst werden. Wenn eine christliche Gemeinde nicht ständig in der Lehre der Apostel bleibt, gleitet sie in die Beliebigkeit und Oberflächlichkeit ab. Sie wird zu einem Verein.

Beständigkeit in der Gemeinschaft
Schätzen wir den Wert der Gemeinschaft? Kann ich die Gemeinschaft mit meinen Brüdern und Schwestern leicht entbehren oder brauche ich sie? Fällt es mir leicht, die Versammlung zu verlassen oder fehlt mir die Gemeinschaft? Stört mich die Gemeinschaft, weil sie mich an meinen persönlichen familiären Unternehmungen hindert?

Der beständige Besuch der Versammlung dient dem Wachstum und der Vertiefung des Glaubens. Er dient zur Bereicherung und Hilfsbereitschaft unter den Glaubensgeschwistern. Er stärkt das Band der Verbundenheit untereinander. Beständigkeit in der Gemeinschaft ist ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens.

Beständigkeit im Brechen des Brotes
Hier ist das Mahl des Herrn gemeint das wir als Gemeinde im Gedächtnis an sein Leiden und Sterben gemeinsam feiern. Wir sollten aber auch unser Haus oder unsere Wohnung nicht als eine Festung betrachten, in der wir uns gegen die Außenwelt abschotten. Wir sollten ein offenes Haus für die Glaubensgeschwister haben und gastfrei sein. Gemeinsame Mahlzeiten fördern die Verbundenheit in der Liebe.

Beständigkeit in den Gebeten
Gebet ist eine Grundlage der christlichen Gemeinde. Das akzeptiert jeder. Trotzdem kommt das Gebet oft zu kurz. Meistens gehören die Gebetsstunden zu den am wenigsten besuchten Stunden in der Gemeinde. Wie kommt das? Das Gebet ist doch ein großes Vorrecht. Es ist eine Audienz beim König aller Könige.

Eine Schwester in unserer Gemeinde meinte, die Reihenfolge sei nicht richtig, die Gebete müssten an erster Stelle stehen. Nach gründlichem Bibelstudium und im gemeinsamen Austausch wurde uns klar, dass die Bibelstelle auch in der Reihenfolge genau richtig ist.

An erster Stelle steht die Lehre der Apostel. In ihr müssen alle Dienste einer Gemeinde gegründet und verwurzelt sein. Die Schrift ist das Fundament jeder christlichen Gemeinde. Alles wird an der Lehre der Apostel geprüft. Auch die Gebete dürfen nicht außerhalb der Heiligen Schrift frei im Raum herumflattern. Nicht jedes Gebet ist dem Herrn wohlgefällig. Man kann auch „übel“ bitten.

 

Mit freundlicher Genehmigung
Autor: Rolf Müller