Der alte Mann und der Friede mit Gott (Römer 5,1)

Rolf Müller

Der Apostel Paulus beschreibt die Vergangenheit des Christen: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben.“ Dann geht er zur Gegenwart über: „…haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Wenn wir den Herrn Jesus Christus als unseren Heiland angenommen haben, haben wir Frieden mit Gott. Wir waren durch die Sünde von Gott getrennt. Durch das vollbrachte Erlösungswerk Christi hat uns Gott für gerecht erklärt. Gott hat Frieden mit uns gemacht. Deshalb können wir wahren Frieden im Herzen haben.

Dem alten Mann ist bekannt, dass viele Menschen sich nach Frieden im Herzen sehnen. Sie probieren alles Mögliche aus, um diesen Frieden zu bekommen. Aber sie erreichen ihn nicht. Die Gottlosen haben keinen Frieden. Ohne Frieden mit Gott gibt es keinen Frieden im Herzen. Für Christen ist Frieden mit Gott kein fernes Ideal, sondern er ist Wirklichkeit. Sie können ihn hier und jetzt erfahren. Gott hat Frieden mit uns. Christen können diesen Frieden in allen Bereichen ihres Lebens haben.

Der alte Mann kennt die Realität dieses Friedens mit Gott. Gott hat diesen Frieden verheißen und er macht bestimmt keine leeren Versprechungen. Jeder, der an Jesus Christus glaubt, hat diesen Frieden. Manche suchen diesen Frieden auf christlichen Freizeiten oder Konferenzen zu erlangen. Sie fahren nach Taizé oder verbringen Tage der Stille in einem Kloster. Sie suchen Frieden, den sie im Alltagsleben nicht haben. Das ist eine Art Flucht. Frieden mit Gott ist mehr als eine Wochenenderfahrung.

Der alte Mann kennt Christen, die keine Freude mehr zu haben scheinen. Sie vernachlässigen das Bibellesen und bringen sich nicht mehr in die Gemeinde ein. Dem alten Mann ist es selber schon so ergangen. Man wird müde. Die Kraft erlahmt. Der Frieden mit Gott scheint abhandengekommen zu sein. Das Wort Gottes scheint keine Bedeutung mehr für uns zu haben.

In solchen Zeiten ist es gut, wenn wir uns an die Grundlagen unseres Christseins erinnern. In der Vergangenheit, bei unserer Bekehrung, wurden wir von unserer Schuld erlöst. Wie geschah das? Durch den Glauben! Wie bekommen wir in der Gegenwart den Zugang zur Gnade, in der wir stehen? Durch den Glauben! Der Anfang, die Gegenwart und die Vollendung unseres Christseins geschehen durch den Glauben, nicht durch eigene Anstrengungen. Das Evangelium ist Gottes Kraft zur Errettung. Aus eigener Kraft schaffen wir es nicht. Wir werden aus Glauben gerechtfertigt. Die Grundlage ist das vollbrachte Werk Christi. Der Zugang zu diesem Erlösungswerk ist der Glaube.

Wir dürfen Gott für dieses vollkommene Erlösungswerk danken! Gott hat Frieden mit uns und wir haben Frieden mit Gott!

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung, durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (Rö. 15,13).

Der Gaube erschließt uns Gottes Verheißungen. Unser Frieden mit Gott ist mehr als ein Gefühl. Er gründet sich auf Gottes Wort. Die Quelle des Friedens ist unsere Erlösung von der Schuld.

Der alte Mann weiß, dass die Erlösung ganz auf dem beruht, was Christus getan hat. Er wird deshalb nicht versuchen, aus eigener Kraft als Christ zu leben. Die Realität des Friedens mit Gott ist ganz und gar das Verdienst Christi. Das kann gar nicht oft genug betont werden.

„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.“

 

Ich wollte Frieden finden,
ich sucht ihn allerwärts;
ich fand wohl viele Sünden,
doch kein versöhntes Herz.

Da bin ich still gegangen
bis hin zum Kreuzesstamm;
es stillte mein Verlangen
das heilg´e Gotteslamm.

Nun preis ich alle Stunden
den Herrn. Wer ist wie er?
Denn seit ich ihn gefunden,
da such ich sonst nichts mehr.

(Heinrich Hermann Grafe).

 

 

Mit freundlicher Genehmigung
Autor: Rolf Müller